Jun
13
2009
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Die letzten Tage (in Berlin)

Die letzte Woche vergeht wie erwartet viel zu schnell. Das liegt vor allem daran, dass die Kursteilnehmer doch noch soetwas wie Gruppendynamik entwickeln. Am Mittwoch Abend gehen wir zusammen zum Bouldern, das heißt, wir klettern in einer Halle an Wänden (und Decken), die so niedrig sind, dass ein paar Schaumstoffmatten am Boden als Sicherung ausreichen. Anspruchsvoll und anstrengend kann das trotzdem sein. Nach zwei Stunden sind meine Hände großflächig getapet und ich bin so platt, dass ich nur noch einen halben Klimmzug schaffe. Aber fürs erste Mal war es garnicht schlecht. Wir lassen den Abend gemeinsam beim Mexikaner ausklingen, und ich komme erst um eins nach Hause. Donnerstag wird es genauso spät, weil wir bei Chiara eingeladen sind, die für uns italienische Pasta kocht. Auch sehr nett.
Pavel scheint in der letzten Kurswoche nochmals anzuziehen. Am Donnerstag besprechen wir sechs offene Übungsaufgaben in nicht mal einer Stunde. Schließlich gibt er uns noch einige offene Probleme und einen Stapel Paper für weitere Vorstöße in das Reich der Punktkonfigurationen mit auf den Weg. Ich nehme mir vor, bei Gelegenheit nochmal in das Thema einzusteigen. Interessant war’s nämlich schon.
Das Fazit aus meinem ersten Doc-Course ist durchaus positiv. Das war ja nach der eher schwachen ersten Woche nicht unbedingt zu erwarten. Ob es mir was für meine Diss gebracht hat, kann ich wohl erst in drei Jahren sagen. Aber eine gute Erfahrung war es auf alle Fälle. Und die drei Wochen Berlin habe ich auch voll ausgenutzt.

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Jun
08
2009
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Der Kurs wird besser

Nachdem die letzte Woche im Kurs sehr schleppend verlaufen ist, haben wir am Dienstag Pavel ermutigt, etwas forscher voranzupreschen. Und tatsächlich war das Seminar diese Woche deutlich besser, weil wir einfach mehr gelernt haben. Auch die Übungsaufgaben waren interessant, und wir haben viel zusammen gearbeitet. Am Mittwoch bin ich unverhofft als “Ersatzmann” zu einem Salsa-Kurs gekommen, weil Darias Tanzpartner auf einer Konferenz war. Natürlich war bei mir am Anfang großes Chaos, weil ich seit 10 Jahren (hmm, das ist leider keine Übertreibung…) nicht mehr Salsa getanzt habe. Der Trainer hat auch nicht gerade geholfen, indem er sich vor mir aufgebaut hat, und mir die Schrittfolge an den Kopf geworfen hat. Aber wir hatten trotzdem Spaß! Sollte ich daheim auch mal wieder machen…
Am Freitag kam dann meine Prinzessin zu Besuch. Sie hat sich die Chance nicht entgehen lassen, die Stadt zu sehen. Und dementsprechend viel waren wir unterwegs: Jüdisches Museum/Pergamon Museum, Staatsoper (Un ballo in maschera, Verdi), Konzerthaus, Musical (Frühling für Hitler) und am Montag zu guter Letzt das Museum Story of Berlin. Natürlich mussten wir zuvor noch ins KaDeWe – wer weiß, wie lange das noch möglich ist. Uns war also nicht gerade langweilig, aber zweieinhalb Tage sind auch wenig für eine Stadt wie Berlin. Da habe ich es natürlich leichter…

The Producers – vielleicht nicht das beste Musical, das ich jeh gesehen habe, aber ganz nett. Und weil das Stück nie ausverkauft ist, sind wir mit den billigsten Karten in der Admiralsloge gesessen. Aber hallo!

Written by Andi in: Job,On Tour | Schlagwörter: , , ,
Jun
01
2009
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Noch mehr Berlin

Und Freitag war tatsächlich ein produktiver Tag. Wir haben von halb elf bis abends um sieben über ein Kapitel aus meiner Diplomarbeit gegrübelt, aus der nun eine kleine Veröffentlichung wird. Sehr spannend! Insbesondere ist es immer wieder faszinierend, wie organisiert und effizient das Nachdenken mit zwei Profis wie Anusch und Julia funktioniert – auch wenn ich oft nur daneben sitze und versuche, dranzubleiben.
Das Wochenende habe ich eher gemütlich verbracht. Erstens, weil ich Besuch von Julia hatte, und zweitens, weil das Wetter eher mäßig war. So hatte ich nochmal einige Stunden am Schreibtisch. Daneben war ich im Jüdischen Museum, welches wirklich sehr sehenswert ist. Sowohl die Architektur, wie auch die Ausstellung, die sich der über tausendjährigen Geschichte des Judentums in Europa widmet. Hier habe ich vier Stunden verbracht, aber es hätten auch gerne mehr sein können. Am Sonntag war Karneval der Kulturen, was hauptsächlich eine kunterbunte Parade durch Kreuzberg ist. Hier trommeln, tanzen und turnen scheinbar alle Nationen, die in Berlin leben, und das sind viele.
Karneval 1
Karneval 2
Karneval 3
Karneval 4
Julia fährt am Sonntag wieder und am gleichen Abend landet David. Gemeinsam bummeln wir am Montag über Berlins Plätze und Straßen, und ich bekomme eine persönliche Führung durch über 30 Jahre Berliner Geschichte.

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Mai
28
2009
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DocCourse in Berlin

Seit Montag bin ich in Berlin, um an einem so genannten DocCourse teilzunehmen. Das ist ein Seminar speziell für Doktoranden und solche, die es werden wollen. In einem dreiwöchigen Kurs haben wir Vorlesungen und Übungen zu einem speziellen Thema der Graphentheorie. Konkret beschäftigen wir uns mit Combinatorics of Point Configurations, also den möglichen Anordnungen von Punkten. Soviel ich gehört habe, ist unser Dozent Pavel Valtr Experte auf diesem Gebiet und extra aus Prag angereist. Die Teilnehmer sind teilweise noch viel weiter unterwegs gewesen: aus Oxford, Rom, Budapest, Harvard und Calgary kommen sie.
Leider waren die ersten beiden Tage (Kurs ist immer nur dienstags und donnerstags) sehr langsam. Das Thema des ersten Tages war annähernd identisch zu dem letzten Übungsblatt der Extremalen Kombinatorik daheim, und heute haben wir fast den ganzen Tag über die Aufgaben vom Dienstag diskutiert. Leider ist dabei nicht viel rumgekommen. Vielleicht wird ja nächste Woche besser…
Von den Teilnehmern hätte ich mir auch mehr erwartet. Dass die Leute aus Berlin wenig Zeit haben, weil sie ihren ganzen Alltag vor Ort managen müssen, kann man ihnen nicht vorwerfen. Aber auch die Internationals scheinen wenig Interesse an gemeinsamen Aktivitäten zu haben. Heute haben wir es zum ersten Mal geschafft, gemeinsam am Abend etwas zu unternehmen: wir waren im Bodemuseum.
Morgen wird wohl der produktivste Tag der Woche. Julia kommt, und wir treffen uns bei Anusch, um an einem Projekt zu arbeiten. Schon lustig, dass wir dazu erst kommen, wenn wir alle nach Berlin fahren.

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Jan
11
2009
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Barfuß oder Lackschuh

Adolph Freiherr Knigge Der Herr am linken Bildrand heißt Adolph Freiherr Knigge ist wohl den meisten als Ratgeber für gute Manieren bekannt. Wie mich Wikipedia belehrt hat, ist das nicht zutreffend, weil seine Werke ganz andere Ziele hatten. Trotzdem firmieren Seminare wie jenes, das dieses Wochenende in unserem Wohnheim stattfand, gerne unter dem Titel Knigge-Seminar. Unser Seminar hieß Barfuß oder Lackschuh – moderne Umgangsformen.
So habe wir dieses Wochenende unter anderem etwas über

  • moderne Kommunikationsmittel und deren Ge- und Missbrauch
  • Kleider machen Leute?
  • Verhalten bei Tisch: Essen ohne Zwang – aber mit Stil!

erfahren. Hier und in vielen anderen Situationen kann man beinahe beliebig viel falsch machen, weil korrekte Umgangsformen manchmal nicht gerade intuitiv sind, und wohl auch in ihrem traditionellen Kontext gesehen werden müssen. Ein kleines Beispiel: Du bist auf einem Ball, und würdest gerne eine Dame zum Tanzen auffordern. Diese sitzt in geselliger Runde an einem Tisch, natürlich mit ihrem Ehemann. Was sagt die Etikette?
Die Lösung: Das stilistisch korrekte Verhalten ist, die Dame knall hart zu ignorieren, und ihren Mann zu fragen, ob er Deinem Wunsch entspricht. Wer hätte vor 200 Jahren auch eine Frau gefragt, was sie will?

Written by Andi in: Vandalia | Schlagwörter: , ,

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