Guckst Du in die Röhre
Heute war ein produktiver Tag. Also teilweise produktiv. Man muss eben auch die kleinen Dinge wertschätzen. Briefmarken sind zum Beispiel solche kleinen Dinge. Für die Weihnachtspost wollte ich nämlich keine Barcode-Aufkleber sondern echte Briefmarken. Das habe ich auch dem netten Postangestellten erklärt: “Ich suche schöne Briefmarken.” Seine Antwort: “Dann viel Spaß!”
Später, an der Uni. Ich entscheide mich gegen den ganzen anstehenden Verwaltungskram und mache schon am Montag Mathematik. Ein immenser Fortschritt, bin ich doch letzte Woche erst am Donnerstag Nachmittag zum ersten Mal zu meiner Diss gekommen. Und der mathematische Tag ist ein äußerst produktiver. Das insbesondere Dank Julia, die mir in prophetischer Weitsicht im März zwei Seiten zu Suen’s inequality ausgedruckt hat. Die scheint das perfekte Werkzeug zu sein, um unsere aktuellen Probleme zu lösen. Sehr fein.
Den letzten Erfolg des feiere ich in meinem Bad. Nachdem ich die Abflussrohre meines Waschbeckens maximal möglich zerlegt habe, schütte ich die fiesesten Chemikalien direkt in die Abgründe, die sich dabei aufgetan haben. Es zischt und schäumt und der Weg in die Unterwelt ist wieder frei. Zumindest für die kleinen Dinge, die durch den Abfluss passen.
ps. Angeblich gibt es in der Postfiliale in der Sparkassenstraße einen Philatelieschalter. Schon mal zum Vormerken für nächstes Jahr…



Am Samstag habe ich in meinem Briefkasten eine Benachrichtigung der Post gefunden. Sie hätten da so ein Paket für mich, das sie aber nicht zustellen könnten, weshalb ich es doch binnen sieben Werktagen abholen solle. Datiert war die Karte auf den 11. Mai. Offensichtlich hatte diese ihren Weg nicht vor Christi Himmelfahrt zu mir gefunden, und seitdem war ich unterwegs gewesen. Ich muss nicht erwähnen, dass am Samstag die Filiale schon geschlossen und am Dienstag das Paket schon wieder zum Absender zurückgeschickt war. Aus Datenschutzgründen konnte man mir natürlich auch nicht sagen, von wem das Paket denn war bzw. wie ich jetzt herausfinden soll, was ich denn eigentlich verpasst habe. Dem Postangestellten fiel auch keine Lösung ein, wie ich in Zukunft dieses Dilemma vermeide, ohne auf jede längere Abwesenheit aus München zu verzichten; Packstationen halten ihre Schätze nämlich auch nur sieben Tage vor…