Mai
21
2010
0

Topics in Combinatorics

Wie bewacht man eine Kunstgalerie, wie erstellt man Stundenpläne ohne Wartezeiten oder warum kann man Landkarten immer mit vier Farben färben? Das sind nur einige Fragen, die wir diese Woche in Kopenhagen diskutiert haben. Ich war zu Besuch an der DTU, wo ich am DocCourse “Topics in Combinatorics” teilgenommen habe. Die fünf Kurstage bestanden jeweils aus Vorlesungen von Carsten Thomassen am Vormittag und Bjarne Toft am Nachmittag. Das stellte sich als sehr spannende Mischung heraus: auf der einen Seite Thomassen, der sicherlich einige der elegantesten Beweise moderner Graphentheorie gefunden hat, und auf der anderen Seite Toft, der sich auch mit der historischen Entwicklung mathematischer Ideen und Fragestellungen beschäftigt hat.

So lernen wir das Zählen von spannenden Bäumen, azyklischen Ordnungen, total zyklischen Ordnungen und das alles irgendwie eng miteinander verbunden ist. Außerdem haben wir gelernt, dass es einen dänischen Mathematiker gab, der viel konnte (Petersen), sich aber nicht von einem englischen Mathematiker ausnutzen lassen wollte, der nix konnte (Sylvester). Und dann gab es noch einen dänischen Mathematiker, der nix konnte, aber lustige Gedichte geschrieben und die Superellipse erfunden hat (Piet Hein). Der bekam dann die Ehrendoktorwürde von Yale und Odense, und wird auch noch nach seinem Tod fleißig von seinem Sohn vermarktet: www.PietHein.com.

Einen Nachmittag hatten wir das Vergnügen, einer Vorlesung von André Kündgen über Art Gallery Problems. In dieser Ecke der Kombinatorik beschäftigt man sich mit der Überdeckung von polygonalen Formen (=Kunstgalerien) durch möglichst wenige Knoten (=Wächter). Dabei gibt es nicht nur herrlich elegante Beweise, sondern auch Ergebnisse, die tatsächlich anwendbar sind – vorausgesetzt, man macht es den Dieben nicht so einfach.


Die Teilnehmer des Workshops – ganz besonders zu erwähnen sind die Mädels aus München und Murat aus Istanbul, der aber in Eindhoven promoviert. Wir haben nämlich eine spontante Campus-WG gegründet, gemeinsam gekocht und gewandert, was die Abend sehr viel unterhaltsamer gemacht hat.

Written by Andi in: Mathematik,On Tour | Schlagwörter: , ,
Mai
16
2010
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Kopenhagen – im Regen

Mit dem Wetter habe ich in Skandinavien einfach kein Glück. In Schweden hat es damals auch erst mal drei Wochen geregnet. Aber dieses Mal sind es nur drei Tage, und ich bin in einer Stadt, die reichlich Museen zu bieten hat. So verbringe ich den Samstag im Nationalmuseum, das sehr zu empfehlen ist. Die Ausstellung ist sehr modern und gibt einen guten Einblick in die Geschichte Dänemarks von der Steinzeit über die Vikinger bis zu den Dänen im Jahr 2000. Es gibt auch eine große ethnografische Sammlung “The people of the world“, die durchaus sehenswert ist. Und das ganze ist auch noch kostenlos! Rechts im Bild ist übrigens jener legendäre Sonnenwagen.

Am Sonntag habe ich das Thorvaldsen Museum besucht. Der Mann in der Jugendherberge hatte mir hier Gemälde versprochen, aber wenn ich bei Frau E.-D. im Kunstunterricht irgendwas gelernt habe, dann dass Bertel Thorvaldsen der bekannteste Dänische Bildhauer aller Zeiten ist. Und tatsächlich gab es viel Marmor in seiner kunstvollsten Form zu sehen. An der Kasse hatte ich mal wieder typisch skandinavisches Spracherlebnis:

Ich: Could I please have an audio guido for the exhibition.
Nette Dame: Ja, und der Rucksack kommt aber ins Schließfach.

Meinen deutschen Akzent werde ich wohl nie verstecken können. Naja. Hier einige Eindrücke von Thorvaldsens Kunstwerken:

Written by Andi in: On Tour | Schlagwörter: ,

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