Nov
18
2009
0

Time to say goodbye

Heute ist Carlos in Richtung Hamburg abgereist. Vielleicht treffe ich ihn im März in Sao Paolo wieder. Jetzt genieße ich erst mal meine leere Wohnung. Anstrengend war’s nämlich schon… Aber auch interessant! Wir haben viel geredet, über seine Promotion in Kanada, das politische und gesellschaftliche Leben in Brasilien, über Yoga und natürlich auch über Mathematik. Bei letzterem ist leider nicht das herausgekommen, was Anusch erhofft hatte. Die differential equation method, die Carlos aus Waterloo mitgebracht hat, lies sich leider nicht auf K_3,3′s im dreiecksfreien Prozess anwenden – aber das nur am Rande.
Ansonsten habe ich gelernt, dass Sao Paulo vor hundert Jahren gerade mal 300.000 Einwohner hatte, während es jetzt gut 13 Millionen hat. Dass Brasilien ein föderales System hat, und die Bundesstaaten im Norden mehr Stimmgewicht haben, als die Staaten im Süden, obwohl erstere praktisch menschenleer sind. Dass das Einkommen in Brasilien tatsächlich so ungleich verteilt ist, wie man immer hört: Carlos verdient an der Uni das 11-fache des Mindestlohns. (Ich verdiene etwa das Doppelte.) Und noch vieles mehr.
Außerdem habe ich mir bei Carlos ein bestechend einfaches Rezept abgeschaut, das einen richtig guten Nachtisch gibt:

Butter
Zucker   in der Pfanne karamelisieren
Bananen   dazugeben und anbraten
Kokosmilch   aufgiesen
das ganze auf Vanilleeis servieren und mit Zimt garnieren – fertig!

Written by Andi in: Allgemein | Schlagwörter:
Nov
03
2009
0

Völkerverständigung

Es gibt ja ganze Studiengänge, die sich mit interkulturellen Unterschieden beschäftigen. Wer heute meine Küche gesehen hätte, würde diesen Forschungsbedarf sofort verstehen. Carlos ist ein netter Kerl, und die Tatsache, dass er vier Sprachen fließend spricht und schon mit 29 Jahren eine Professur bekommt, lässt keine Zweifel, dass der Mann nicht wüsste, was er tut. Aber das Schlachtfeld, in das er meine Küche innerhalb einer halben Stunde verwandelt hat, kann man sich wirklich schwer vorstellen.
Vielleicht ist meine Mutter über das Ziel hinausgeschossen, als sie mich darauf konditioniert hat, Arbeitsflächen sauber zu halten, Deckel auf Töpfe zu legen, oder nicht mehr Wasser zu verpritscheln, als unbedingt notwendig. Diese german Gründlichkeit ist heute auf die südamerikanische Leichtigkeit des Seins getroffen. Carlos ist z.B. der Meinung, dass Pasta nur dann gut wird, wenn das Wasser ordentlich kocht. Wenn man dann noch den Topf bis zum Rand mit Wasser füllt hat man – schwupdiwup – einen kleinen Küchengeysir. Nett. Ich wusste nicht, dass Brasilianer Nudelspezialisten sind, aber die Pasta (mit Feta und Spargel) war echt lecker. Und der Küchenboden musste eh mal wieder gewischt werden. Carlos hat das mit einem “I appreciate a thorough cleaning.” kommentiert. Abends, wenn er müde ist, sprechen wir nämlich Englisch; er sagt das wäre weniger anstrengend.

Written by Andi in: Allgemein | Schlagwörter:
Nov
01
2009
0

Besuch aus Übersee

Heute kommt Carlos aus Brasilien. Er ist dort Post-Doc und besucht im November unseren Lehrstuhl. Wir haben sozusagen Julia gegen Carlos getauscht. Da Wohnen in München kein billiger Spaß ist, und da meine Wohnung eh halb leer steht, wird er die zwei Wochen bei mir bleiben. Sehr spannend.

Written by Andi in: Allgemein | Schlagwörter: ,

Powered by WordPress. Theme: TheBuckmaker. PHP Scriptverzeichnis