Time to say goodbye
Heute ist Carlos in Richtung Hamburg abgereist. Vielleicht treffe ich ihn im März in Sao Paolo wieder. Jetzt genieße ich erst mal meine leere Wohnung. Anstrengend war’s nämlich schon… Aber auch interessant! Wir haben viel geredet, über seine Promotion in Kanada, das politische und gesellschaftliche Leben in Brasilien, über Yoga und natürlich auch über Mathematik. Bei letzterem ist leider nicht das herausgekommen, was Anusch erhofft hatte. Die differential equation method, die Carlos aus Waterloo mitgebracht hat, lies sich leider nicht auf K_3,3′s im dreiecksfreien Prozess anwenden – aber das nur am Rande.
Ansonsten habe ich gelernt, dass Sao Paulo vor hundert Jahren gerade mal 300.000 Einwohner hatte, während es jetzt gut 13 Millionen hat. Dass Brasilien ein föderales System hat, und die Bundesstaaten im Norden mehr Stimmgewicht haben, als die Staaten im Süden, obwohl erstere praktisch menschenleer sind. Dass das Einkommen in Brasilien tatsächlich so ungleich verteilt ist, wie man immer hört: Carlos verdient an der Uni das 11-fache des Mindestlohns. (Ich verdiene etwa das Doppelte.) Und noch vieles mehr.
Außerdem habe ich mir bei Carlos ein bestechend einfaches Rezept abgeschaut, das einen richtig guten Nachtisch gibt:
Butter
Zucker in der Pfanne karamelisieren
Bananen dazugeben und anbraten
Kokosmilch aufgiesen
das ganze auf Vanilleeis servieren und mit Zimt garnieren – fertig!