Ich habe mich gerade für vier Wochen an der London School of Economics einquartiert. Der Plan ist, mit Julia und Peter an gemeinsamen Projekten zu arbeiten und so endlich meine Diss voranzubringen. Der Wetterbericht scheint das vollumfänglich zu unterstützen – Regen mindestens für die kommenden sieben Tage.
25
2012
25
2012
15
2012
Zeitensprung
Ab und zu brauche ich ein Foto von mir. Irgendjemand will es auf eine Homepage stellen, in ein Handout drucken oder vielleicht auch heimlich gerahmt auf seinen Nachttisch stellen. Dann krame ich gewöhnlich in meinem digitalen Archiv und ziehe mein Lieblingsbild heraus. Ich mag dieses Bild. Darauf sehe ich ungefähr so aus, wie ich hoffe auszusehen, wenn ich nicht gerade fotografiert werde. Außerdem ist es kein langweiliges Anzugträgerbild, das jeden Biometrietest bestehen würde.
Über die Zeit musste ich feststellen, dass die Leute immer weniger glücklich mit dem Bild waren. Vielleicht, weil sie es in eine Reihe mit Anzugträgern montieren wollten. Oder weil sein farbiger Hintergrund sich schlecht für den Druck eignet. Womöglich dachten sie auch, ich sähe meinem fünf Jahre alten Abbild nicht mehr ähnlich genug.
Also haben wir uns gestern aufgemacht, um ein aktuelles Bild zu schießen. Das muss jetzt wieder fünf Jahre halten…
09
2012
There’s no such thing as a free lunch
Die Erkenntnis, dass es auf dieser Welt nichts umsonst gibt, ist nicht gerade neu. Und auch in der digitalen Welt des Internets gibt es nichts umsonst. Jedenfalls nicht, wenn es um die neusten Produkte mit dem Apfel geht. So durfte ich dieses Wochenende einem nicht gelieferten Smartphone hinterherrecherchieren. Gleich vorneweg:
Wenn ein Shop 15 Prozent billiger als alle Konkurrenten ist, werde ich misstrauisch. Meistens hilft es dann schon, nach Erfahrungen anderer Kunden zu googlen. Wenn der Laden zudem nur Vorauskasse anbietet, ist mir das Ganze meistens zu riskant.
In diesem Fall wäre die Sache auch ziemlich deutlich gewesen: Google hat eine Suchanfrage zum Shopbetreiber von “<Vorname> <Nachname>” zu “<Vorname> <Nachname> Betrug” autovervollständigt… Damit hat sich das Angebot als such a thing as free lunch erwiesen – und das gibt es ja bekanntlich nicht.
ps. “Aber der Onlineshop sieht so professionell aus.” ist kein Hinweis darauf, dass der Anbieter seriös ist. Auch Kriminelle können Webdesign.
01
2012
Mathematik am Ende der Welt
Diese Woche war ich mit einem Team der TU München auf der Vojtech Jarnik International Mathematical Competition. Dieser Wettbewerb – nach eigener Aussage der älteste mathematische Wettbewerb für Studierende in Europa – findet in Ostrava, Tschechien statt. Und Ostrava ist so weit von München entfernt, wie eine tschechische Stadt von München entfernt sein kann. Immerhin gibt es eine Zugverbindung über Wien, bei der wir nur ein Mal umsteigen mussten. Unterwegs haben wir uns quasi zur Einstimmung auf den Wettbewerb gegenseitig mathematische Rätsel gestellt. Hier eines, das mir besonders gefallen hat:
Es gibt 25 Rennpferde und wir haben eine Rennstrecke mit fünf Bahnen. Bei einem Rennen kann nur die Reihenfolge des Zieleinlaufs, nicht aber die benötigte Zeit ermittelt werden. Wie viele Rennen benötigt man mindestens, um die schnellsten fünf Pferde zu identifizieren? (Unter diesen schnellsten fünf ist die Reihenfolge egal.)
Der Wettbewerb selbst war wieder stark besetzt und wurde wie erwartet von den IMO-VeteranInnen dominiert. Dass allerdings Lisa Sauermann alleine mehr Punkte gemacht hat, als meine vier Jungs in der gleichen Kategorie, hat uns schon ein wenig frustriert. Nun gut – es gibt einfach Talente, neben denen die Besten der Besten noch blass aussehen. Die Jungs nehmen’s gelassen und trainieren schon für den nächsten Wettbewerb im Sommer.

ps. Das Beste, was ich mit den Pferderennen hinbekomme, ist acht Rennen. Wer schafft es mit weniger?


