Oder: Fünf Tage mit Höhen und Tiefen auf der Moldau – Teil 1
Unser Sommerurlaub führt uns dieses Jahr ins schöne Böhmen, genauer an die Moldau zwischen Vyšší Brod und Budweis. Mit Max und Theresia wollen wir fünf Tage den Fluss hinabfahren und unterwegs die Kulturschätze am Ufer besichtigen.
Erste Etappe: Vyšší Brod bis (48.750636,14.323542)
Fest entschlossen und mit viel Ausrüstung steigen wir bei Flusskilometer 248 in unsere Kanus. Leider ist es nicht besonders warm, aber noch sind wir trocken. Das ändert sich recht zügig, weil es bald anfängt, leicht zu regnen, und wir schon beim zweiten Wehr fast kentern und unser Boot gut mit Wasser füllen. Nach einer erzwungenen Pause zum Schöpfen paddeln wir reichlich nass weiter bis Rosenberg. Hier gäbe es eine beachtliche Burg, die wir allerdings nicht besichtigen. Stattdessen fahren wir nach der Kanurutsche am Wehr gegen das Ufer, wobei das Kanu Leck schlägt (siehe auch Bild 3). Damit sind wir nach drei Stunden fahrt schon am Tiefpunkt der gesamten Tour angekommen: alles nass, wir kalt und das Boot kaputt. Ich bin so frustriert, dass ich mich nicht mal mehr aufregen will. Aber: ab jetzt wird es nur noch besser. Endlich auf dem Campingplatz gehe ich trotzdem bald ins Bett, damit der Tag einfach vorbei ist. Zu diesem Zeitpunkt bin ich mir auch nicht sicher, ob ein Tag im Moldauwasser meine Erkältung nicht endgültig zu einer Sommergrippe aufgerüstet haben.
Zweite Etappe: (48.750636,14.323542) bis Krummau (Český Krumlov)
Unseren zweiten Tag beginnen wir mit einem sonnigen Frühstück auf dem Campingplatz. Schon sieht die Welt besser aus. Gemütlich paddeln wir eine kurze Etappe zum ersten kulturellen Höhepunkt unserer Tour. Krummau mit seiner gewaltigen Burganlage und der historischen Altstadt ist nicht zufällig UNESCO Welterbe. So ist ein Nachmittag eigentlich zu kurz, um die Schönheit der Stadt entsprechend zu würdigen – besonders, wenn sich die Herbergssuche ob der großen Touristenströme, die es hier leider gibt, schwierig gestaltet. Schließlich finden wir im Hostel Postel eine Unterkunft, in der wir den kleinen Innenhof mit unseren Kanus vollparken dürfen.
Dritte Etappe: Krummau bis Zlatá Koruna
Obwohl die Moldau zunehmend zahmer wird, beginnt diese Fahrt mit einer Havarie. Kurz nach Krummau schlägt das Faltboot von Max und Theresia leck und muss eine Stunde geflickt werden. Damit ist auch das zweite Boot dem Fluss zum Opfer gefallen, und wir erkennen, dass es sich vielleicht lohnte, das nächste Mal auf Leihkanus zu setzen. Da zuckt man nicht gleich bei jedem Stein, den man unausweichlich streift.
Nach dem Mittagessen gehen wir mit neuem Optimismus zu Werke und fahren bei zunehmendem Sonnenschein bis Zlatá Koruna, wo ein großer Campingplatz auf die Wassersportler wartet. Sehenswert ist in diesem Ort das Zisterzienserkloster aus dem 13. Jahrhundert. Allerdings muss die Besichtigung bis zum darauf folgenden Tag warten, da die letzte Führung bereits um 16.00 Uhr stattfindet. Wir bauen einstweilen gemütlich unsere Zelte auf und decken uns mit Grillgut für den Abend ein. Hier kommen zum ersten Mal die Holzkohle, die die Havarie auf wundersame Weise überstanden hat, sowie mein kompakter Outdoor-Grill zum Einsatz. Der Verleih letzterens bringt uns in den Genuss einer tschechischen Spezialität, die wir als Dankeschön überreicht bekommen. Sehr lecker!