Unter diesem Titel hat die Regionalgruppe München heute Abend eingeladen. Prof. Dr. Georg Milbradt, ehemals Finanzminister und Ministerpräsident des Freistaats Sachsen, und Dr Johannes Ludewig, u.a. ehemals Leiter der Abteilung Wirtschafts- und Finanzpolitik im Bundeskanzleramt und Koordinator für die neuen Bundesländer, berichteten als Zeitzeugen über die Ereignisse vor 20 Jahren. Dabei ging es um die Entwicklung der Parteienlandschaft in der ehemaligen DDR, die Verhandlungen zur Währungsunion, die wirtschaftlichen Folgen des Sozialstaats für die neuen Bundesländer und um vieles andere, was sich in der Zeit vom 9. November bis 3. Oktober zugetragen hat. Sehr spannend war dabei die Sicht von Innen, von Personen, die tatsächlich hinter den Kulissen agiert und geplant haben. So weiß ich nun beispielsweise, dass das Buffet nach der Unterzeichnung der Währungsunion bei weitem nicht dem historischen Moment angemessen war.
Dann habe ich noch zu vermelden, dass ich mich heute erfolgreich an eine alte Weisheit gehalten habe:
Lieber schweigen und für dumm gehalten werden, als den Mund aufmachen und alle Zweifel darüber beseitigen.
Die Situation war die: Wir hatten alle schicke Namensschildchen bekommen, und standen vor dem Vortrag in lockeren Gruppen im Foyer herum. Dort bin ich zwei Herren im angeregten Gespräch begegnet, von denen ich den einen kannte, weshalb ich in kurz begrüßte. Daraufhin wurde ich seinem Gesprächspartner vorgestellt, der allerdings kein Namensschild abbekommen hatte, und dessen Namen mir auch unser gemeinsamer Bekannter nicht verriet. Ich habe nicht nachgefragt, was sich im Nachhinein als geschickt herausgestellt hat: es war unser Referent Ministerpräsident a.D. Prof. Dr. Milbradt…