Mai
16
2010
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Kopenhagen – im Regen

Mit dem Wetter habe ich in Skandinavien einfach kein Glück. In Schweden hat es damals auch erst mal drei Wochen geregnet. Aber dieses Mal sind es nur drei Tage, und ich bin in einer Stadt, die reichlich Museen zu bieten hat. So verbringe ich den Samstag im Nationalmuseum, das sehr zu empfehlen ist. Die Ausstellung ist sehr modern und gibt einen guten Einblick in die Geschichte Dänemarks von der Steinzeit über die Vikinger bis zu den Dänen im Jahr 2000. Es gibt auch eine große ethnografische Sammlung “The people of the world“, die durchaus sehenswert ist. Und das ganze ist auch noch kostenlos! Rechts im Bild ist übrigens jener legendäre Sonnenwagen.

Am Sonntag habe ich das Thorvaldsen Museum besucht. Der Mann in der Jugendherberge hatte mir hier Gemälde versprochen, aber wenn ich bei Frau E.-D. im Kunstunterricht irgendwas gelernt habe, dann dass Bertel Thorvaldsen der bekannteste Dänische Bildhauer aller Zeiten ist. Und tatsächlich gab es viel Marmor in seiner kunstvollsten Form zu sehen. An der Kasse hatte ich mal wieder typisch skandinavisches Spracherlebnis:

Ich: Could I please have an audio guido for the exhibition.
Nette Dame: Ja, und der Rucksack kommt aber ins Schließfach.

Meinen deutschen Akzent werde ich wohl nie verstecken können. Naja. Hier einige Eindrücke von Thorvaldsens Kunstwerken:

Written by Andi in: On Tour | Schlagwörter: ,
Mai
14
2010
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Danke Gauß

Der Herr auf dem alten 10-Mark-Schein hat mir heute indirekt eine sehr angenehme Überraschung bereitet. Aber das konnte er natürlich nicht wissen, als er vor über 200 Jahren die Normalverteilung entdeckt hat. Wer schon Kontakt mit Wahrscheinlichkeitstheorie hatte, wird sicher die Glockenkurve, wie sie auch auf den letzten deutschen Banknoten zu sehen ist, kennengelernt haben. Diese Kurve beschreibt die Verteilung der Ergebnisse einer bestimmten Art von Zufallsexperimenten:

Wir werfen eine faire Münze 100 Mal, und zählen die Ausgänge “Kopf”. Wie wahrscheinlich ist es, genau 50, 51, oder 75 Ausgänge “Kopf” zu beobachten?

Das Beschriebene Experiment ist eine diskrete Variante eines solchen Experiments, dass sich dadurch auszeichnet, dass wiederholt ein Versuch (= Münzwurf) mit einer festen Erfolgswahrscheinlichkeit (= 1/2 für Kopf) durchgeführt wird. Zählt man nun die Erfolge, so ist deren Anzahl auf eine sehr einfache Art verteilt. Erwartet sind 50 Ausgänge “Kopf”, aber es könnten auch nur 40 oder aber 97 sein. Das dann aber mit entsprechend geringerer Wahrscheinlichkeit.
10 D-Mark-Schein

Was hat das ganze mit mir zu tun?

Zum einen ganz klar: Ich weiß nicht viel über Stochastik, aber die Normalverteilung ist ein schönes Stück Stochastik und Gauß war ein genialer Mathematiker. Aber zum anderen auch: Fluglinien belegen ihre Maschinen nach genau diesen Verteilungen. Wenn ein Airbus nun 180 Sitze hat, und die Erfahrung zeigt, dass nur 90 Prozent aller gebuchten Passagiere tatsächlich zum Flug erscheinen, dann sind erwartet nur 180*0,90 = 162 Sitze belegt. Und Gauß sagt nun, dass es ziemlich unwahrscheinlich ist, dass mehr als, sagen wir, 175 sitze belegt sind. Als schlaue Fluglinie verkaufen wir also nicht 180 Tickets, sondern 185 Tickets. Dann werden mit hoher Wahrscheinlichkeit höchstens 180 am Flughafen auftauchen. Voilá – 180 Plätze gehabt, aber 185 Tickets verkauft. Ich weiß nicht, was der durchschnittliche Ticketpreis ist, aber das rentiert sich! Meistens jedenfalls, denn Gauß sagt auch: Mit kleiner Wahrscheinlichkeit tauchen tatsächlich mehr als 180 Personen auf. Dann ist der Flug überbucht, und die Airline hat ein Problem. Dann muss sie z.B. einem Kunden 250 Euro dafür anbieten, dass er zwei Stunden später fliegt. Und wer dann am Gate ganz vorne steht, verdient dann so richtig Geld – dank Gauß!

ps. Das Überbuchen ist in meinen Augen auch der Hauptgrund, warum Tickets nicht übertragbar sind. Dann würde nämlich die Wahrscheinlichkeit, dass ein gebuchter Platz nicht besetzt wird, plötzlich stark sinken, man könnte ja den Flug auf Ebay verticken, wenn man selbst nicht kann. Aber das ist nur eine böse Theorie meinerseits…

Written by Andi in: On Tour | Schlagwörter: ,
Mai
07
2010
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Mal sehen

Ich habe gerade den Briefumschlag mit meiner Bewerbung für ein Forschungssemster in den Vereinigten Staaten zugeklebt. Wenn alles gut läuft, bin ich ab Herbst an der University of California in Los Angeles. Das hängt natürlich ganz entscheidend davon ab, ob mich in der Zeit irgendjemand bezahlt. Zum Beispiel der DAAD…

Written by Andi in: Job,Mathematik | Schlagwörter: , ,
Mai
03
2010
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Epsilons, die Bahn und eine Überraschung

Heute hatte ich einen Vortrag im Doktorandenseminar: “Szemerédis Regularitätslemma – eine Einführung“. Den hat sich die Optimierungsgruppe gewünscht, um uns Graphentheoretiker wenigstens etwas verstehen zu können. Sie waren dann auch alle da und ich glaube, die wichtigsten Ideen habe ich ganz gut rüber gebracht. War also schon in guter Stimmung.

Am Abend habe ich dann einen Brief von der Bahn bekommen, in dem sie – großzügiger Weise – der Kündigung meiner Bahncard zustimmen, obwohl ich die Kündigungsfrist nicht eingehalten habe. Das spart mir dann voraussichtlich 230 Euro, die ich im kommenden Jahr garantiert nie reingefahren hätte. Deshalb sei die Bahn an dieser Stelle explizit gelobt für diese kulante Lösung!

Für die größte Überraschung des Tages hat aber sicher ein Kollege gesorgt. Nicht nur, dass der Kerl schon promoviert, obwohl er vier Jahre jünger ist als ich, jetzt wird er auch noch Papi. So jung und so erfolgreich – in jeder Hinsicht. Da kann ich nicht mithalten ;)

Written by Andi in: Job | Schlagwörter: ,

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