Mrz
12
2010
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Die letzte Eiszeit

Heute habe ich ein Email aus Deutschland bekommen. Mein Vater schreibt, dass es immer noch schneit, und dass meine 82-jährige Nachbarin sagt, sie könne sich nicht an einen solchen Winter erinnern, und dass sogar im 2. Weltkrieg die Gehsteige besser geräumt waren, als sie das heute wären!? Das wäre alles nicht weiter verwunderlich, da die Maya eh vorausgesagt hätten, dass die Welt 2012 untergehen würde. Ich bin ja jetzt eher an dem Ende der Welt, in dem sich die Mayas auskannten. Und hier hatte es heute 35 Grad. Glaube also kaum, dass die Vision vom Weltuntergang etwas mit Dauerfrost zu tun hatte. Und auch wenn es sich in Deutschland nicht so anfühlt: Angeblich war der Januar global der wärmste seit über 50 Jahren. Die Maya kannten halt die Klimaerwärmung noch nicht – und Schnee wahrscheinlich auch nicht…

Written by Andi in: Allgemein | Schlagwörter:
Mrz
09
2010
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Arbeit unter Palmen

“Ah, Urlaub in Brasilien” ist wohl die Antwort, die ich in Deutschland am häufigsten auf meine Pläne für Sao Paulo bekommen habe. Dabei ist es doch eine Dienstreise ;) Und hej: Ich arbeite jetzt da, wo andere Urlaub machen. Gestern haben wir, also Julia und ich, uns auf unser neues Projekt gestürzt. Statt BolKom for growing degrees sieht es aktuell so aus, als ob es in die Richtung eines variierten Blow-up Lemmas gehen soll. Darunter muss man sich jetzt nichts vorstellen können – für mich ist das auch noch ein Buch mit sieben Siegeln.
Ich genieße es jedenfalls, dass Julia Zeit und Geduld für mich hat. Wir diskutieren viel an der Tafel, und spielen mit verschiedenen Ideen. Oft habe ich das Gefühl, gar nichts zu können (im Vergleich zu Julia), aber dafür auch sehr viel zu lernen. Wenn wir jedenfalls in dem Tempo weitermachen, komme mit vielen Ideen wieder nach Hause – mindestens!

Der Campus der Universidade de Sao Paulo ist ein riesiger Park, in dem verstreut die einzelnen Institutsgebäude stehen. Fast so, als hätte man die TU statt nach Garching in den Englischen Garten gebaut und dort die Buchen gegen Palmen und Bananen ausgetauscht. Die Mathematik ist in einem neuen zweiteiligen Bürogebäude untergebracht. Auf der einen Seite sind die Büros der Professoren, auf der anderen Seite, mit getrenntem Eingang, sitzen die Doktoranden. Einzelbüros gibt es hier nicht. Stattdessen haben wir einen großen Rechnerpool und ein Foyer, in dem zwei Tafeln vor einer Sitzgruppe hängen. Dort darf dann auch diskutiert werden. Bisher habe ich vielleicht zehn verschiedene Doktoranden gesehen, die hier arbeiten und forschen. Da ich kein Portugiesisch kann, bewege ich mich zwischen ihnen eher wie ein Geist. Dabei kann sicher jeder Englisch.
Das Bild oben zeigt übrigens den Blick aus dem Fenster in Richtung Vila Madalena, ein nettes Ausgehviertel der Stadt, in dem auch Julia wohnt.

Written by Andi in: Mathematik,On Tour,Sao Paulo | Schlagwörter: , ,
Mrz
06
2010
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Schlaraffenland

Heute ist Samstag, und Samstag ist Markttag. Deshalb gehen wir in Julias Viertel auf die Jagd nach Vitaminen. Julia beeindruckt mich wieder ein Mal mit ihrem Sprachenwissen, weil sie die Namen von Früchten auf Portugisisch kennt, wo ich noch nicht mal den deutschen weiß. Könnte auch daran liegen, dass so gut wie nichts von dem Obst und Gemüse, das es hier gibt, daheim bei Lidl im Regal steht. Außer vielleicht Bananen, und selbst davon gibt es hier zehn Mal mehr Sorten als bei uns. Das ist jetzt keine Übertreibung; oder wer hat schon mal eine “Apfel-Banane” gegessen?

Hunger leiden werde ich die kommenden Wochen sicher nicht. Aber das habe ich auch nie befürchtet.

Ein Teil unserer Beute; rechts im Bild besagte Bananen.

Written by Andi in: On Tour,Sao Paulo | Schlagwörter: ,
Mrz
05
2010
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Olá São Paulo

Es hat dann übrigens doch was zu Essen gegeben. Der Flug war überhaupt sehr angenehm. Ich habe viel geschlafen und bin gut ausgeruht um sieben Uhr Ortszeit (= MEZ – 4h) von Board gegangen. Die Passkontrolle hat eine Ewigkeit gedauert, und die Geldautomaten haben es auch sehr spannend gemacht. Aber der dritte hat mir dann Reais (Wechselkurs ca. 2.4 Reais / 1 Euro) gegeben. In den Schlangen vor den Geldautomaten bin ich mit einem deutschen Bauingenieurstudenten ins Gespräch gekommen, der gerade ein Stadion in Kapstadt gebaut hatte, und jetzt unterwegs zu einem Wasserkraftwerk in Iguazú war. Dort sind übrigens auch die legendären Wasserfälle.
Die Busfahrt zu Julia war nicht ganz einfach und hat mich insgesamt fast drei Stunden gekostet. Ganz ohne Portugiesisch und nur mit einem kleinen Ausdruck aus Google-Maps, zwei Mal umsteigen mit Bussen, die nie so recht erkennen lassen, wie denn die nächste Haltestelle heißen könnte. Dabei habe ich auch gelernt: die wenigsten Leute können Karten lesen, oder hilfreiche Antworten auf mein fragendes Deuten geben. Besonders ungünstig ist es übrigens, wenn ein Ziel an einer langen Hauptstraße liegt: Ah, Faria Lima! Ja, da sind wir schon genau richtig. Ist doch egal, ob die Straße 10 Kilometer lang ist, und man vielleicht ans entgegengesetzte Ende muss. Irgendwie bin ich trotzdem angekommen. Seitdem waren alle so beeindruckt von dieser Heldentat, dass ich sie mir im Nachhinein gar nicht mehr getraut hätte.
Wenn man dann denkt, man wäre am Ziel, gibt es noch eine extra Überraschung. Die brasilianische Mittelschicht verschanzt sich ja hinter meterhohen Gitterzaunen und Stacheldraht. Außen gibt es Klingelknöpfe, die aber nur mit Appartementnummern und nie mit Namen beschriftet sind. Und die hatte ich mir natürlich nicht aufgeschrieben…
Also Notebook ausgepackt, kurz geflucht, weil mich mein IMAP-Konto die Nachrichten nicht offline lesen lässt, dann doch ein offenes Wlan und damit die Appartementnummer gefunden.
Seitdem ist alles ganz einfach. Julia just cares for me.

Written by Andi in: Sao Paulo | Schlagwörter: ,
Mrz
04
2010
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Die erste Etappe

Ich sitze gerade am Flughafen in Madrid und bereue schon zum ersten Mal, dass ich meine Kamera in den Koffer gepackt habe. Hier gäbe es einige lohnende Motive. Angefangen von der schicken Holzdecke des Terminals über die lustigen Wegweiser (Terminal R – 21 min, S – 19 min, U – 20 min) bis zur vollautomatischen U-Bahn. In den 21 Minuten von Gate H 12 zu Gate R 22 ist tatsächlich eine kostenlose Fahrt enthalten. Die Jugend kann an dieser Stelle an Gordon Freeman in der ersten Szene von Halflife 1 denken: Eine führerlose Bahn in einem sterilen Tunnel, drei Wagen – davon der voranfahrende mit dem Ausblick, der sonst nur dem Fahrer zu Teil wird. Überhaupt ist der ganze Flughafen äußerst futuristisch, sogar wenn man gerade aus München kommt. (weiterlesen …)

Written by Andi in: Sao Paulo | Schlagwörter: ,

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