Ordnung und Fortschritt
Die brasilianischen Gründerväter haben sicher nicht an den Straßenverkehr gedacht, als sie Ordem et Progresso – Ordnung und Fortschritt – zum Wahlspruch erhoben. In der Rush-Hour von Sao Paulo ist nämlich von beidem nicht viel zu sehen. Und die Rush-Hour erstreckt sich gefühlt von 7:00 Uhr – 21:00 Uhr jeden Tages. Das ist auch kein Wunder bei der explosionsartigen Entwicklung der Einwohnerzahlen, die wohl nur noch von der Entwicklung der angemeldeten Kraftfahrzeuge übertroffen wird. Mobiler ist Sao Paulo dadurch nicht geworden, haben sich doch die Straßen im selben Maße zu immer mehr zu überdimensionierten Standstreifen entwickelt. Um das Verkehrsaufkommen wenigstens etwas in Griff zu bekommen, gibt es jetzt in der Innenstadt ein Fahrverbot für die Kernzeiten morgens 7-10 Uhr und Abends 17-20 Uhr. Abhängig von der ersten Ziffer des Nummernschildes muss jeder sein Auto an einem Arbeitstag der Woche in dieser Zeit stehen lassen. Bei Nichtbeachtung werden empfindliche Bußgelder verhängt. Und voila: 20 Prozent weniger Verkehrsaufkommen ohne einen einzigen Real Kosten. Eine Maßnahme, die einfach, effektiv und in Deutschland völlig unvorstellbar ist!
Ganz unabhängig davon ist das auch ein wunderbares Konjunkturpaket für die Autoindustrie: Wer es sich leisten kann, hat hier einfach zwei Fahrzeuge mit verschiedenen Nummernschildern…

Und schon rollt der Verkehr wieder
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