Oh diese Griechen!
So schön das Leben hier ist, umsonst ist es natürlich nicht. Also habe ich mich gestern auf die Suche nach einer Bank begeben, um meine Reais-Vorräte aufzustocken. Die Geldautomaten hier sind schon die erste Anekdote. Andererseits ist es auch nicht überraschend, dass ein Volk, das so herzlich im Umgang miteinander ist, auch bei einer Maschine gewisse Persönlichkeitszüge erwartet. Hier ein kleiner Vergleich:
| Deutscher Geldautomat | Brasilianischer Geldautomat |
Gesamtzeit: 0:55 min |
Gesamtzeit: 3:15 min |
Wir Deutschen sind einfach eine traurige Ansammlung humorloser Ingenieure. Oder hat Siemens-Nixdorf jemals Geldautomaten mit einem lyrischen Ich gebaut? Dann habe ich den noch nicht gefunden.
Am Abend habe ich kontrolliert, ob sich meine freundliche Maschine vielleicht mehr als die versprochenen 10 Reais gegönnt hat. Hat sie selbstverständlich nicht – Automatenehre! Dafür habe ich den Tag mit dem denkbar schlechtesten Umrechnungskurs erwischt. Der Kurs steht gerade bei einem 52-Wochen-Tief. Aus brasilianischer Sicht befindet sich der Euro praktisch im freien Fall:

Da darf ich mich wohl bei den Griechen bedanken. Oder bei den Hedgefonds, die auf den Untergang des Euros wetten. Ich muss wirklich dagegen protestieren, dass Leute in Athen und New York dafür sorgen, dass mein Steak in Sao Paulo immer kleiner wird! Und beim Essen hört der Spaß auf! Besonders wenn es so gut ist wie hier…
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