DocCourse in Berlin
Seit Montag bin ich in Berlin, um an einem so genannten DocCourse teilzunehmen. Das ist ein Seminar speziell für Doktoranden und solche, die es werden wollen. In einem dreiwöchigen Kurs haben wir Vorlesungen und Übungen zu einem speziellen Thema der Graphentheorie. Konkret beschäftigen wir uns mit Combinatorics of Point Configurations, also den möglichen Anordnungen von Punkten. Soviel ich gehört habe, ist unser Dozent Pavel Valtr Experte auf diesem Gebiet und extra aus Prag angereist. Die Teilnehmer sind teilweise noch viel weiter unterwegs gewesen: aus Oxford, Rom, Budapest, Harvard und Calgary kommen sie.
Leider waren die ersten beiden Tage (Kurs ist immer nur dienstags und donnerstags) sehr langsam. Das Thema des ersten Tages war annähernd identisch zu dem letzten Übungsblatt der Extremalen Kombinatorik daheim, und heute haben wir fast den ganzen Tag über die Aufgaben vom Dienstag diskutiert. Leider ist dabei nicht viel rumgekommen. Vielleicht wird ja nächste Woche besser…
Von den Teilnehmern hätte ich mir auch mehr erwartet. Dass die Leute aus Berlin wenig Zeit haben, weil sie ihren ganzen Alltag vor Ort managen müssen, kann man ihnen nicht vorwerfen. Aber auch die Internationals scheinen wenig Interesse an gemeinsamen Aktivitäten zu haben. Heute haben wir es zum ersten Mal geschafft, gemeinsam am Abend etwas zu unternehmen: wir waren im Bodemuseum.
Morgen wird wohl der produktivste Tag der Woche. Julia kommt, und wir treffen uns bei Anusch, um an einem Projekt zu arbeiten. Schon lustig, dass wir dazu erst kommen, wenn wir alle nach Berlin fahren.
Durch das omnipräsente Thema Wirtschaftskrise wird unsere Aufmerksamkeit von einem sehr weitreichenden Eingriff in unsere Grundrechte abgelenkt. Der
Unser Lehrstuhl geht jeden Mittag gemeinsam zum Essen. Das ist sehr nett, weil wir da meistens nicht über Mathematik reden, sondern auch mal über ganz belanglose Dinge. Oder über Politik oder den Sinn des Lebens. Ich weiß nicht mehr wie, aber heute sind wir bei der Frage Gibt es heute noch Frauen, die “einen gut verdienenden Mann heiraten und Hausfrau werden” dem Berufsleben vorziehen?