Transalp 07 – der Rückweg
Nach unserem Höllenritt über die Groß-Glockner-Hochalpenstraße rollen wir noch bis Lienz, wo wir die zweite Nacht in Österreich verbringen. Unterwegs gibt es ein dank der Kocher, die Max und Maik dabei haben, ein warmes Essen. Das ist eine nette Abwechslung, die aber mit einigen unnötigen Kilos Gepäck erkauft werden muss. Für eine knackige Bergfahrt würde ich den Aufwand das nächste Mal nicht treiben…

Am nächsten Tag lassen wir uns ein Stück per Zug befördern. So sind wir schon mittags in Franzensfeste im Eisachtal.

Von Franzensfeste fahren wir talaufwärts nach Sterzing. Hier gibt es einen Luxus-Radweg, der sicher nur dank EU-Fördermillionen existiert. Dafür gibt es alle drei Minuten einen Wegweiser und Fahrbahnrandmarkierungen. In Sterzing verlässt uns Max. Er hatte schon seit dem ersten Tag Probleme mit seinem Knie, und jetzt ist leider für ihn Schluss. Nach einem letzten gemeinsamen Picknick bringen wir ihn zum Bahnhof.

Wir drei radeln noch einige Höhenmeter ins Pfitscher Tal, wo wir nochmals übernachten. Das ist generell der teuerste Spaß an einer solchen Radtour. Unter 25 Euro pro Nacht gibt’s da nix. Dafür triftt man so ganz interessante Menschen. Im Pfitscher Hof lerne ich Anna kennen. Anna sitzt auf der Terasse und erzählt mir, dass man solche Touren wie die unsere machen müsse, solange man noch jung sei. Mit 50 hätte sie auch noch Bäume ausgerissen, aber jetzt täten ihr oft die Füße weh. Anna ist 92.
Unser letzter Pass ist das Pfitscher Joch (2276m), das auf der österreichisch-italienischen Grenze liegt. Die Abfahrt hatte ich etwas anders in Erinnerung – der Weg ist praktisch nicht fahrbar und an einigen Stellen ist auch das Schieben sehr anstrengend. Maik ist mit der Route mehr als unglücklich. Am Schlegeis-Stausee kommen wir endlich wieder auf geteerte Bahnen, und nach einem letzten Boxenstopp am Gasthof Breitlahner rollen wir durchs Zillertal an den Inn. In Jenbach steigen wir in den Zug und lassen uns nach Hause fahren.

Insgesamt sind wir in den fünf Tagen 418 Kilometer und 5000 Höhenmeter gefahren. Passiert ist uns nichts, wir hatten noch nicht mal einen Platten. Und wenn man mal vom ersten Tag absieht war das Wetter auch ganz ordentlich. Auf jeden Fall eine Tour, an die ich noch oft denken werde.
Mehr Bilder gibt’s übrigens hier.
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