Richard ist ein Kämpfer. Richard zieht in die Welt hinaus um Abenteuer zu erleben. Richard redet nicht lange, sondern verhandelt lieber mit gezogenem Schwert. Richard ist mein Spieler-Charakter in unserer neuen Rollenspielgruppe. Was das ist habe ich ja in Schweden schon mal erzählt. Zurück in München haben wir jetzt eine neue Gruppe aufgemacht. Sebastian (aus Göteborg bekannt), Michael, Stephan und unser griechischer Meister.
Unser erstes Abenteuer ist erst mal mit drei Stunden Verspätung losgegangen, weil wir nicht gleich vollständig waren. Das erste Treffen unserer Charaktere in der Taverne war noch etwas ungelenk, aber dafür haben wir gleich eine äußerst mysteriöse Gestalt – den Einen – getroffen. Selbiger kann aus dem nichts erscheinen, weiß offensichtlich über alle Mitglieder der Partie bestens Bescheid und hat auch eine Mission für uns parat. Außerdem hat er einen geheimnisvollen Mantel mit Augen drauf. Auf seine Empfehlung ziehen wir zu einer Burg und treffen unterwegs auf eine ganze Ansammlung von Kreaturen, die es alle nicht zu gut mit uns meinen. Da hilft nur eins: die hohe Kunst der rohen Gewalt. Kämpfen läuft in Rollenspielen (konkret in AD&D 3.5) ungefähr folgendermaßen ab: Man würfelt die Reihenfolge aus, in der die einzelnen Akteure am Zug sind. Dann kann jeder Charakter pro Runde zwei, oder auch nur eine, Aktion durchführen. Waffe ziehen, angreifen, heilen oder einfach weglaufen. Der Erfolg dieser Aktionen hängt vom Würfelglück des Spielers und von den Werten der Figur, die der Sieler verkörpert, ab. Alles eine Wisschenschaft für sich, und man hat eine ganze Enzyklopädie an Regelwerken, die beschreiben, was wann wie zu machen ist. Es bleibt trotzdem viel Raum für die eigene Phantasie und das ist das eigentlich interessante an der ganzen Sache. Damit meine ich nicht den martialischen Teil, sondern allgemein das Eintauchen in eine rein imaginäre Welt. Wahrscheinlich muss man es einfach versucht haben, um das zu verstehen.